"Jiu-Jitsu beginnt mit der Begrüßung und endet mit dem Abgrüßen."
Entsprechend muß auch die Jiu-Jitsu-Etikette befolgt werden, nicht allein aus traditionellen Gründen, sondern auch, weil Jiu-Jitsu eine Kampfsportart ist, deren Bewegungen strikt einzuhaltende Grenzen gesetzt werden müssen. Der Trainings-/Kampfpartner soll nicht vernichtet werden, sondern es soll stets mit dem Gefühl der Achtung und des Dankes ihm gegenüber trainiert werden, denn durch ihn wird die eigene Ausbildung unterstützt - und darüber hinaus ist er ein Sportfreund!
Ihr habt Euch entschieden, eine alte japanische Kampfkunst zu erlernen, die tief in der Geschichte und in Traditionen verwurzelt ist. Sie wird seit vielen Jahrhunderten betrieben und wurde in ihrer ursprünglichen Form von den Samurai entwickelt. Daher kommt es auch, daß im Gegensatz zu anderen Sportarten, wie z.B. Fußball, spezielle Regeln herrschen, die Ihr beachten solltet.
Betritt ein Budoka (jemand der Kampfsport betreibt) ein Dojo (Trainingsstätte), so verbeugt er sich (Gruß). Er bringt damit zu Ausdruck, daß er das Dojo und seine Mitglieder respektiert und sich den Ordnungen und Regeln des Budosport unterwirft.
Ihr solltet Euch um die Sauberkeit im Dojo und in der Halle bemühen, keinen Müll herumwerfen und benutzte Trainingsgeräte wieder aufräumen.
Die Matten betritt man nicht mit Schuhen, sondern barfüßig und in einem sauberen und ordentlichen Gi. Saubere Hände und Füße, sowie kurzgeschnittene Nägel (Verletzungsgefahr) dürften selbstverständlich sein. Saubere Kleidung und der richtige Gürtel je nach Kyu- (Schüler) oder Dan-Grad (Meister) gehören auch zum ordentlichen Erscheinungsbild eines Budoka. Lange Haare sollten zusammengebunden werden (dies taten auch die Samurai). Zur eigenen Sicherheit müssen alle Schmuckstücke (Ketten, Armbänder, Uhren, Ringe, Ohrringe) vor dem Training abgelegt werden, da durch sie schwerste Verletzungen verursacht werden können.
Außerhalb der Matte tragen wir Schuhe oder Sandalen (Zoris), um keinen Schmutz auf die Matten zu tragen.
Das Dojo ist ein Ort der Ruhe.
Beim Betreten der Matte verbeugt sich jeder Trainingsteilnehmer an der Eingangstür zum Dojo und am Mattenrand. Er bekundet damit, daß er nun bereit ist, am Training teilzunehmen.
Alle Trainingsteilnehmer stellen sich zum Angrüßen auf der Matte gegenüber dem Lehrer auf, wenn dieser (Sensei) die Matte betritt. Der höchstgraduierte Kyu- oder Dan-Grad steht ganz rechts (vom Sensei aus gesehen links). Die anderen Trainingsteilnehmer stellen sich in absteigender Gürtelfarbe an seiner linken Seite auf. Anfänger ohne Gi stehen am Schluß.
Der Lehrer (Sensei) kündigt "Seiza" (üblicher Jiudositz), "Zazen" (Joga-Meditationssitz) oder "Ritsu-rei" (Gruß im Stand) an. Bei "Zazen" und "Seiza" knien alle zur ruhigen Einstimmung auf das bevorstehende Training ab. Der Oberkörper ist aufrecht, die Hände ruhen auf den Oberschenkeln, der Atem geht automatisch ruhig. Bei "Ritsu-rei" bleiben alle stehen. Dann erklärt der höchstgraduierte Kyu- oder Danträger auf der Schülerseite "Mokuso" (Aufforderung für die einleitende "Meditation / Konzentration"). Alle Teilnehmer schließen nun die Augen und bereiten sich geistig auf das Training vor. Nach dem Ruf - auch vom Höchstgraduierten auf der Schülerseite - "Yame" (jap. Stop oder Ende) oder "Mokuso Yame" öffnet man die Augen wieder. Es folgt der Ruf "Sensei ni rei" (jap. Gruß zum Lehrer), worauf sich alle im Sitz (bei Ritsu-rei im Stand) verbeugen. Man legt bei der Verbeugung im Seiza oder Zazen die Hände vor den Knien auf die Matte (Handfläche nach unten), beugt den Kopf und den Oberkörper vor (nicht mit der Stirn die Matte berühren, sondern ca. 10 cm über der Matte bleiben). Wenn sich alle Trainingsteilnehmer wieder zum Sitz aufgerichtet haben, erhebt sich zuerst der Sensei, dann stehen alle Schüler auf.
Kommt jemand zu spät zum Unterricht, so meldet er sich beim Trainer und entschuldigt sich. Der Trainer muß wissen wer am Training teilnimmt, damit er merkt, wenn jemand fehlt. Grüßt die Gruppe gerade an, so wartet man still bis sie fertig ist.
Niemals wird die Matte betreten, wenn angegrüßt wird.














